Die Jagd nach weiteren Rekorden und „Nessi“ gehts jetzt auch mal ins Ausland.Mein erster Marathon im Ausland führte mich in ein rauhes Klima, aber ein wunderbares Land, das ich schon als Kind reizvoll fand:Schottland !
Ähnliche Witterungsbedingungen finde ich jedes Jahr auf Helgoland vor, aber um neue Maßstäbe zu setzen und die intensive Vorbereitung auch mit Erfolg zu krönen,mußte der legendäre Ort um Loch Ness herhalten. Wenn man schonmal in diesem tollen Land ist, das ich früher zu Spielen der schottischen Fußballliga und mit dem FC Bayern besuchte,sollte man die Gunst nutzen und sich einmal die Highlands ansehen. In einem einwöchigen Aufenthalt machte ich B&B -Urlaub.Tageweise durch die Gegend reisen und mit B & B -Unterkünften Station machen.Ich erkundete die Highlands mit ihrer kargen Landschaft und teilweise verlassenen Häusern, wo man sich schon die Frage stellt, wie man in dieser gottverlassenen Gegend wohnen kann,aber die Leute sind glücklich mit ihrem Leben hier,wie ich erfuhr. Während der Rundreise sah ich viele Jahrhunderte alte Castles,tolle, einzigartige Landschaften und unzählige Seen, die hier alle nach aus der Gälischen Sprache stammenden „Loch“(engl.la
ke) heißen.Bemerkenswert ist auch die Gegensätzlichkeit der Landschaft: An der Westküste noch karge Felslandschaft, und endlose „Steinwüste“,1000m hohe Berge, aber milde Temperaturen aufgrund des Golfstroms,im Osten üppige Vegetation und sattes Grün,einfach phänomenal diese Natur in diesem Land. Loch Ness ist der sagenumwobenste See, Loch Lomond einer der meistbesungensten Seen, die mir im Lauf der Rundreise begegneten. Erstgenannter ist zum nunmehr 14. mal Austragungsstätte eines Marathons,der zum großen Teil an dem 38km langen Gewässer entlang fuhrt und selbst für erfahrene Läufer eine Herausforderung darstellt, da es ein sehr ,sehr welliges Profil darstellt,das arg Kraft kostet. Die Veranstalter dieses Laufes müssen mittlerweile 10 % der Einwohnerzahl an Läufern behüten und ich würde sagen, dass sich manche deutsche Marathonveranstalter an dieser Professionalität durchaus ein Beispiel nehmen können. Die Rotkreuzhelfer nehmen im Ziel jeden Läufer in Augensc
hein und kümmern sich um ihn,auch wenn er sich nur vor Anstrengung erstmal niederkniet (ihm könnte ja schlecht/schwindelig sein…)Doch der Reihe nach: Mit Bussen wurden ca.2400 Starter ins Hochland gekarrt, wo man mitten in der Tundra Musikboxen aufgestellt hatte, um die Beschallung für fast die Läufer zu sichern. Vor dem Start ging es nochmal landestypisch zu und die Läufer bildeten ein Spalier für eine Drums & Pipes Kapelle,was einem schon Gänsehaut zauberte…
Gut 2500(895 W und 1518 M) von den insgesamt fast 8000 Läufern verteilten sich auf den Marathon,der Rest absolvierte die 5k und 10k Strecken.Für mich war der Anfang eine willkommene Gelegenheit zu schnell anzugehen (das kann ich ja gut…:-( ) ,weil es erstmal inmitten der Pampa des Hochlandes vom Start erstmal bis zum Loch Ness hinunter ging.Womit wohl keiner gerechnet hatte, war das sensationell gute Wetter,da es fast wärmer als in Deutschland war (20 Grad) und strahlender Sonnenschein.Das Wetter war die eine Faktor, die große Unbekannte für mich war die Strecke: Am Loch Ness war zwar kein Ungeheuer auszumachen, aber ein sehr bergiger und welliger Verlauf der Strecke, die dann doch an die Kraftreserven ging. Nach ca. 18 Meilen mahnte ein Straßenschild „ go ahead and beat the monster – if you can“. „Interessant…“,dachte ich,“von zuhause bist Du ja Berge gewohnt…“ aber die Veranstalter hatten nichts Leeres versprochen.2 Meilen kontinuierliche Steigung von ca. 20G
rad und das zu einem Zeitpunkt ,wo man schon ca. 30km Wellen in den Knochen hat.. Ich konnte nicht anders und mußte von meinem Zeitziel, das ich anvisiert hatte, Abstand nehmen und gehen…Gottlob fanden sich Anwohner, die zu diesem Zeitpunkt Jelly-Babies (original. engl. Weingummi und sehr lecker) verteilten, was einem neue Kohlenhydrate lieferte, die einem etwas weiterhalfen. Viele Läufer heute liefen zum allerersten Mal einen Marathon, einige auch aus Deutschland und sie kamen auch durch, waren aber darauf bedacht , einfach nur durchzukommen, während ich um „Schadenbegrenzung“ bemüht war. Je näher man zurück nach Inverness kam, um so mehr Menschen und Polizei, die einen anfeuerten („well done guys,go,go go, keep on smiling“)säumten den Streckenrand und sogar schottische Armeemitglieder,die hier als sog. event-marshalls halfen, geizten nicht mit miitärischem Ton und trieben mich so nochmal gut voran.Ich wußte: Die Zeit ist nicht, die ,die ich laufen wollte, aber vo
r lauter Freude den ersten internationalen Marathon gelaufen zu sein,verblasste die Enttäuschung und ich freute mich einen der schwersten Marathondistanzen, an die ich mich erinnern kann zu meinem 30. offiziellen Marathonjubiläum gelaufen zu sein.Mit einer Zeit von 3:42:06 h (338.von1518 männlichen Startern)441. von 2413 Läufern im Gesamtfeld(AK 187 von 694)erreichte ich das Ziel und kämpfe seither mit heftigem Kater, der hoffentlich zum Halbmarathon nächsten Sonntag verschwunden ist…
