
Thomas Bückemeyer, eigentlich am liebsten auf Ultralangstrecken jenseits der magischen Marathonmarke von 42,195 Kilometern unterwegs, lief jetzt in Innsbruck seinen ersten 400 Meter Wettkampf. Wer den Valberter etwas kennt, ahnt schon: Das war kein gewöhnlicher Bahnlauf, sondern der „Red Bull 400“, vom Veranstalter als der „härteste Berglaufsprint der Welt“ bezeichnet.
Die Wettkampfstrecke: die Bergiselschanze in Innsbruck. Das Bauwerk ist vor allem als Teil der Vierschanzentournee bekannt.
Beim „Red Bull 400“ geht es darum, die rund 400 Meter lange Strecke vom Auslauf über den Schanzentisch und den Anlauf bis ganz nach oben zur Aussichtsplattform möglichst schnell zu bewältigen. Angesichts von 140 Metern Höhenunterschied und Steigungen mit bis zu 75 Prozent kann allerdings nicht durchgängig von Laufen gesprochen werden. Es ist teilweise eine Mischung aus Gehen und Klettern, mit der die Athleten die Strecke bewältigen.
Gestartet wurde in Gruppen von etwa 60 Personen im zehn Minuten Takt. Bückemeyers Stärken für diesen Wettkampf lagen in seiner Kraft am Berg und seiner Ausdauerfähigkeit. Mangels Erfahrung mit solchen Wettkampfformaten lieft Bückemeyer nach dem Startschuss direkt mit seinem Maximaltempo los. Im Auslauf bestand der Laufuntergrund aus Kunstgrasmatten, auf denen ein Netz gespannt war, um den Läufern bei Bedarf Halt zu geben. Bückemeyer zog sich kräftig nach oben, und erreichte den Schanzentisch nach 3:51 Minuten. Während hier bei einigen Teilnehmern bereits die Kräfte schwanden, konnte Bückemeyer sein Tempo halten, und hielt mit kräftigen Schritten auf die Aussichtsplattform zu. Trotz der Enge der Strecke konnte er einige Läufer überholen. Ins Ziel lief der Valberter nach 5:46,53 Minuten. Von 1021 Männern im Ziel belegte er damit den 362. Gesamtplatz. Ein paar Sekunden schneller, und Bückemeyer hätte sich für die Halbfinalrennen qualifiziert: „Ich froh, dass das nicht der Fall war, sonst hätte ich ja noch einmal dort hochlaufen müssen. Ich bin mit meinem Ergebnis sehr zufrieden, und das Event war eine super Erfahrung“, so das Resümee des Valberters.
