Bei der diesjährigen Auflage des Menorca Trails hatte sich Thomas Bückemeyer, Leichtathlet der TSG Valbert, vorgenommen die komplette Insel auf dem legendären „Cami de Cavalls“ zu umrunden. 185 Kilometer auf teilweise sehr felsigen Pfaden mit insgesamt 4500 Höhenmetern standen auf dem Programm. Bedingt durch das zurzeit in Spanien gültige Ausgangsverbot von 23 bis 6 Uhr morgens konnte der Veranstalter den Lauf nicht an einem Stück durchführen, sondern musste das Rennen in zwei Etappen zu jeweils 100 und 85 Kilometer austragen.

Leider lief es für den 53jährigen schon auf der ersten Etappe vom Startort Ciutadella bis zur Hauptstadt Mahon nicht ganz rund: Bei Kilometer 17 geriet der erfahrene Läufer ins Stolpern, und konnte einen Sturz nicht verhindern. Zum Glück zog er sich dabei keine ernsthaften Verletzungen zu: „Ich muss aber etwas unglücklich aufgekommen sein, mein rechter Unterschenkel war geschwollen, das Weiterlaufen war aber möglich“, gab sich Bückemeyer zunächst erleichtert über den glimpflichen Ausgang des Missgeschicks.

Die erste Etappe war vom Streckenprofil die anspruchsvollste. Nach Kilometer 12 ging es permanent auf und ab, und bis Kilometer 40 waren bereits knapp 1200 Höhenmeter absolviert. „Ein paar Streckenabschnitte auf Asphalt und leichterem Gelände haben sich dann fast wie Wellness angefühlt“, so Bückemeyer über seine Eindrücke während des Laufs. Bei relativ moderaten Außentemperaturen von knapp über 20 Grad Celsius konnte der TSGler meist sein anvisiertes Zieltempo halten, auch wenn er am Ende der ersten Etappe eine knappe Stunde langsamer war als bei seiner Menorca-Premiere 2019: „Dieses Jahr bin ich die 100 Kilometeretappe genau anders herum gelaufen als 2019. Die anspruchsvollsten Streckenteile kamen direkt zu Beginn, dadurch war ich relativ früh schon etwas ermüdet. Mein anfänglicher Sturz und gelegentlich Muskelkrämpfe taten ihr übriges. Aber im Ziel war ich dann zunächst mal mit meiner Zeit von 15:13 Stunden recht zufrieden“, so Bückemeyer. Am Etappenziel musste Bückemeyer dann knapp zwei Stunden auf den Shuttlebus warten, der wieder zurück zum Startort Ciutadella fuhr. Dort war geplant, am nächsten Tag mit dem Bus vor Sonnenaufgang wieder zum Zielort der ersten Etappe gebracht zu werden, um das Rennen fortzusetzen. „Leider habe ich dann in der für mich sehr kurzen Nacht wegen Muskelkrämpfen kaum geschlafen, und als um 3:15 Uhr der Wecker klingelte, fühlte ich mich absolut nicht fit. Die Strecke wäre zwar mit 85 Kilometern deutlich kürzer gewesen, und auch vom Streckenprofil nicht so fordernd, aber nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, nicht zu starten. Ein weiter Sturz wäre nicht auszuschließen gewesen, und dann auch vielleicht nicht so glimpflich ausgegangen.“, begründete Bückemeyer seine schwere Entscheidung, das Rennen abzubrechen. „Ich lag am Ende der ersten Etappe mit Platz 24 in der Altersklasse M50 tatsächlich noch ganz gut im Rennen, vermutlich hätte ich mit einer Gesamtzeit von etwa 30 Stunden den Lauf beendet, aber an dem Tag war es einfach etwas viel“, so das Resümee von Bückemeyer, der im nächsten Jahr auf Menorca eventuell die 85 Kilometer an der Südküste absolvieren will: „Die Strecke ist einfacher, und die kenne ich ja noch gar nicht.“

